Zusammenarbeiten, ohne alles zu öffnen
Im Umfeld des Forschungscampus entstehen Ergebnisse in wechselnden Konstellationen mit externen Partnern. Die Aufgabe ist, gemeinsame Arbeit zu ermöglichen und trotzdem genau zu begrenzen, wer welchen Datenbestand erreicht.
Bis Garching sind es von uns aus rund 18 km Richtung Norden. Der Standort ist geprägt vom Forschungscampus mit Universitäts- und Institutsumfeld, von Technologie- und Ingenieurunternehmen sowie von wissenschaftsnahen Ausgründungen. Für die IT-Sicherheit ergibt sich daraus eine besondere Ausgangslage: Die wertvollsten Bestände sind Entwicklungs-, Mess- und Versuchsdaten, und diese entstehen selten im geschlossenen Kreis. Projektpartner, Institute, Auftragsforschung und Gastwissenschaftler benötigen Zugang, oft befristet und in wechselnder Zusammensetzung. Unsere Aufgabe ist es, diese Offenheit zu ermöglichen, ohne sie zum Standardzustand des gesamten Netzes zu machen.

Projektumgebungen mit Grenze
Jede Kooperation erhält eine eigene Umgebung mit eigenem Zugriffskreis. Ein Partnerzugang öffnet nie den Blick in parallele Vorhaben.
Gastzugänge mit Laufzeit
Zugänge für externe Beteiligte werden auf die Projektlaufzeit befristet und laufen aus, ohne dass jemand eingreifen muss.
Mess- und Rechensysteme getrennt
Prüfstände, Messrechner und Rechenknoten stehen in eigenen Segmenten, weil sie oft nicht aktualisiert werden können, ohne Läufe zu gefährden.
Nachvollziehbarer Datenfluss
Wer welche Datensätze exportiert hat, bleibt protokolliert. Das hilft bei Rückfragen von Partnern ebenso wie bei internen Klärungen.
Entwicklungsdaten als schützenswerter Kern
Anders als in einem klassischen Bürobetrieb liegt der Wert hier nicht vorrangig in Kunden- oder Abrechnungsdaten, sondern in Messreihen, Konstruktionsständen, Quellcode und noch unveröffentlichten Ergebnissen. Ein Verlust ist selten unmittelbar sichtbar, wirkt sich aber auf Wettbewerbsposition, Schutzrechte und Veröffentlichungen aus.
Wir beginnen deshalb mit einer Einordnung der Bestände: Was ist frei, was ist intern, was ist streng vertraulich. Diese Einteilung muss grob genug bleiben, um im Alltag angewendet zu werden. Drei Stufen reichen in der Regel, und sie bestimmen anschließend, wo Daten liegen, wer sie erreicht und wie sie übertragen werden dürfen.
- ✓Einordnung der Datenbestände in wenige, klare Stufen
- ✓Ablageorte passend zur jeweiligen Schutzstufe
- ✓Verschlüsselung vertraulicher Bestände bei Speicherung und Übertragung
- ✓Regeln für die Mitnahme von Daten auf mobile Geräte
Kooperationen technisch abbilden
Ein Verbundprojekt bringt Beteiligte aus mehreren Organisationen zusammen, häufig mit unterschiedlichen Regeln in ihren Häusern. Die verbreitete Behelfslösung besteht darin, allen Beteiligten einen Zugang zur eigenen Ablage zu geben und die Abgrenzung über Ordnernamen zu regeln. Das hält selten stand.
Wir richten stattdessen je Kooperation eine abgegrenzte Umgebung ein. Beteiligte werden dieser Umgebung zugeordnet und sehen nichts darüber hinaus. Zugänge tragen die Projektlaufzeit als Ablaufdatum, sodass sie mit dem Projekt enden. Die Aufnahme neuer Beteiligter erfolgt über eine benannte Person auf Ihrer Seite, damit klar bleibt, wer die Freigabe verantwortet.
- ✓Eigene, abgegrenzte Umgebung je Kooperationsvorhaben
- ✓Zugänge befristet auf die Projektlaufzeit
- ✓Benannte verantwortliche Person für Freigaben
- ✓Übersicht aller aktiven externen Beteiligten
Messtechnik, Prüfstände und Rechenlast
Geräte in Laboren und an Prüfständen laufen häufig mit Steuerungssoftware, die an eine bestimmte Betriebssystemversion gebunden ist. Aktualisierungen sind entweder nicht verfügbar oder würden laufende Versuchsreihen gefährden. Im Firmennetz wären solche Systeme ein dauerhaftes Risiko.
Wir stellen sie deshalb in eigene Segmente mit streng begrenzten Verbindungen: nur die Wege, die zur Datenübernahme tatsächlich gebraucht werden, kein allgemeiner Internetzugang, keine Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen aus. Die Übernahme von Messdaten läuft über einen definierten Weg statt über wechselnde Datenträger.
- ✓Eigene Segmente für Mess-, Steuerungs- und Prüfstandssysteme
- ✓Nur die fachlich erforderlichen Verbindungen freigegeben
- ✓Definierter Weg für die Übernahme von Messdaten
- ✓Kontrollierter Umgang mit Wechseldatenträgern im Labor
Wachsende Teams und der Umgang mit Identitäten
Ausgründungen wachsen sprunghaft. Aus fünf Personen werden binnen eines Jahres dreißig, häufig mit einer Mischung aus Festangestellten, Werkstudenten und Beteiligten aus Instituten. Eine Rechtestruktur, die für das Gründungsteam entstanden ist, trägt das nicht.
Wir setzen früh auf eine zentrale Verwaltung der Identitäten mit Mehr-Faktor-Authentifizierung, getrennten Administrationskonten und Regeln, die Anmeldungen nach Gerätezustand und Herkunft bewerten. Rechte hängen an Rollen, nicht an Personen. Das kostet zu Beginn etwas Aufwand und erspart später den Umbau unter Zeitdruck.
- ✓Zentrale Verwaltung aller Identitäten von Beginn an
- ✓Mehr-Faktor-Authentifizierung für interne und externe Konten
- ✓Rechtevergabe über Rollen statt über Einzelfreigaben
- ✓Bewertung von Anmeldungen nach Gerätezustand und Herkunft
Vertragliche und regulatorische Anforderungen
Im Forschungsumfeld kommen Anforderungen oft aus Verträgen: Geheimhaltungsvereinbarungen, Auflagen von Fördergebern, Sicherheitsanforderungen industrieller Auftraggeber. Hinzu treten die Datenschutz-Grundverordnung für personenbezogene Daten und, je nach Größe und Branche, Pflichten aus der NIS2-Umsetzung, teils mittelbar über Lieferketten.
Wir setzen die technisch-organisatorische Seite um: Trennung der Projektumgebungen, Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Protokollierung und Notfallvorsorge, jeweils dokumentiert und belegbar. Ob eine Vorgabe für Sie gilt und wie ein Vertragstext auszulegen ist, klären Ihre Rechtsberatung und Ihr Datenschutzbeauftragter. Unsere Leistung ersetzt keine Rechtsberatung, und Zertifizierungen behaupten wir für uns nicht.
- ✓Technische Umsetzung von Geheimhaltungsanforderungen
- ✓Belegbare Trennung der Projektumgebungen
- ✓Protokollierung als Grundlage für Nachweise gegenüber Partnern
- ✓Zuarbeit bei Sicherheitsfragebögen industrieller Auftraggeber
Häufige Fragen
Über eine eigene Umgebung je Vorhaben, auf die ausschließlich die Beteiligten dieses Vorhabens zugreifen. Der Zugang läuft über eine zentrale Anmeldung mit zweitem Faktor und ist auf die Projektlaufzeit befristet.
Durch Abschottung statt Aktualisierung. Diese Systeme kommen in ein eigenes Segment, aus dem heraus nur die für die Datenübernahme nötigen Verbindungen erlaubt sind. Internetzugang und Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen entfallen.
Über eine zentrale Übersicht, die je Person Projektzuordnung, verantwortliche interne Ansprechperson und Ablaufdatum ausweist. Weil Zugänge automatisch auslaufen, bleibt die Liste kurz. Zusätzlich prüfen wir sie in vereinbarten Abständen gemeinsam mit Ihnen, üblicherweise zum Ende jedes Projektabschnitts.
Eine Dokumentation der tatsächlich umgesetzten technischen und organisatorischen Maßnahmen: Trennung der Umgebungen, Zugriffsregelungen, Verschlüsselung, Protokollierung, Notfallvorsorge und Aktualisierungsstand. Zertifizierungen oder Prüfsiegel stellen wir dabei nicht in Aussicht. Vertragliche Zusagen sollten Sie mit Ihrer Rechtsberatung abstimmen.
Der laufende Betrieb, also Überwachung, Aktualisierungen und Auswertung von Meldungen, läuft aus der Ferne. Für Einrichtung, Netzarbeiten, Begehungen im Laborbereich und Vorfälle kommen wir vor Ort.
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