IT als Position in der Geschäftsführung, nicht im Serverraum
Was kostet unsere IT wirklich, was davon ist Pflicht und was Investition, und welche Entscheidung bindet uns die nächsten sieben Jahre? Diese Fragen beantwortet kein Techniker – sie gehören auf die Ebene, auf der über Budgets entschieden wird.
IT-Unternehmensberatung unterscheidet sich von technischer IT-Beratung durch den Adressaten. Nicht der Administrator ist der Gesprächspartner, sondern die Geschäftsführung, der Beirat oder der Gesellschafterkreis. Entsprechend geht es nicht um Produktauswahl, sondern um Kostenstruktur, Abhängigkeiten, Risiken und die Frage, welche Leistungen ein Unternehmen selbst erbringen sollte und welche nicht. Wir arbeiten dafür mit betriebswirtschaftlichen Größen und nicht mit technischen Datenblättern.

Vollkosten statt Rechnungssumme
Lizenzen, Hardware, Dienstleister, interne Arbeitszeit und Ausfallkosten zusammengeführt – oft zum ersten Mal in einer Zahl.
Make-or-Buy fundiert
Eigene IT-Stelle oder externer Dienstleister? Wir rechnen beide Varianten über fünf Jahre durch, inklusive Vertretungsrisiko.
Abhängigkeiten sichtbar
Welche Systeme, Verträge und Personen kann Ihr Unternehmen im Ernstfall nicht ersetzen? Und was kostet die Ablösung?
Entscheidungsreife Unterlagen
Ergebnisse in einer Form, die in eine Gesellschafterversammlung oder ein Bankgespräch passt.
Was IT-Unternehmensberatung von technischer IT-Beratung trennt
Technische IT-Beratung beantwortet die Frage, wie etwas umgesetzt wird: welche Virtualisierung, welche Sicherungsstrategie, welcher Cloudanbieter. Diese Fragen sind wichtig und wir beantworten sie auf unserer Seite zur IT-Beratung. Sie setzen aber voraus, dass die Richtungsentscheidung bereits gefallen ist.
IT-Unternehmensberatung setzt davor an. Sie klärt, ob ein Vorhaben überhaupt zur Unternehmensstrategie passt, was es über die Laufzeit kostet, welche Alternativen es gibt und welche Risiken die Entscheidung erzeugt. Der typische Auslöser ist keine technische Störung, sondern eine unternehmerische Frage: ein Zukauf, ein Generationswechsel, ein neues Werk, oder schlicht ein IT-Budget, das seit drei Jahren steigt, ohne dass jemand erklären kann, warum.
- ✓Adressat ist die Geschäftsführung, nicht die technische Ebene
- ✓Betrachtung in betriebswirtschaftlichen statt technischen Größen
- ✓Bewertung von Vorhaben vor der Lösungsauswahl
- ✓Risiko- und Abhängigkeitsanalyse als eigener Baustein
- ✓Ergebnisse in gremienfähiger Form statt als Technikdokument
- ✓Unabhängig von einer späteren Umsetzung durch uns
IT-Kosten: die Zahl, die selten jemand kennt
Fragt man in einem mittelständischen Unternehmen nach den jährlichen IT-Kosten, kommt meist die Summe der Dienstleisterrechnungen. Das ist regelmäßig weniger als die Hälfte des tatsächlichen Betrags. Nicht erfasst sind üblicherweise Lizenzen, die über Fachabteilungen laufen, Cloudabonnements auf Firmenkreditkarten, abgeschriebene Hardware, interne Arbeitszeit für IT-Aufgaben und die Kosten von Ausfällen.
Wir führen diese Positionen zusammen und ordnen sie drei Kategorien zu: Pflichtkosten für den reinen Betrieb, Werterhalt für Ersatz und Aktualisierung, sowie Investition in neue Fähigkeiten. Erst diese Aufteilung macht eine Diskussion möglich, denn eine Kürzung trifft die Kategorien völlig unterschiedlich – bei den Pflichtkosten führt sie fast immer zu höheren Kosten an anderer Stelle.
- ✓Vollkostenerhebung inklusive Schattenausgaben der Fachbereiche
- ✓Erfassung interner Arbeitszeit für IT-Tätigkeiten
- ✓Bewertung von Ausfallkosten auf Basis realer Vorfälle
- ✓Aufteilung in Pflichtbetrieb, Werterhalt und Investition
- ✓Vergleich mit Kennzahlen ähnlich großer Unternehmen der Branche
- ✓Identifikation abbaubarer Kosten ohne Leistungsverlust
Make or Buy: eigene IT-Stelle oder externer Dienstleister
Die Frage stellt sich in fast jedem wachsenden Unternehmen ab etwa 50 Arbeitsplätzen. Die naheliegende Rechnung – Jahresgehalt gegen Dienstleisterkosten – führt regelmäßig in die Irre, weil sie zwei Dinge unterschlägt: die Vertretungslücke und die Fachbreite.
Eine einzelne interne Kraft kann weder Urlaub und Krankheit abdecken noch alle Fachgebiete von Firewall über Datenbank bis Fachanwendung. In der Praxis führt die erste IT-Stelle deshalb selten zur Ablösung des Dienstleisters, sondern zu einer Aufgabenteilung. Wir rechnen beide Varianten sowie das Mischmodell über fünf Jahre durch und benennen dabei auch, was sich nicht in Zahlen fassen lässt – etwa den Wissensverlust bei einer Kündigung.
- ✓Fünfjahresvergleich von Eigenleistung, Fremdvergabe und Mischmodell
- ✓Berücksichtigung von Vertretung, Weiterbildung und Rekrutierungsaufwand
- ✓Bewertung des Wissensverlustrisikos bei einzelnen Schlüsselpersonen
- ✓Abgrenzungsvorschlag, welche Aufgaben intern sinnvoll sind
- ✓Realistische Einschätzung der Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt
- ✓Auswirkung auf bestehende Dienstleisterverträge
Abhängigkeiten und Risiken benennen
Jedes Unternehmen hat Abhängigkeiten, die im Tagesgeschäft nicht auffallen. Eine Fachanwendung, deren Hersteller ein Kleinbetrieb mit zwei Entwicklern ist. Ein Dienstleister, der als einziger die gewachsene Umgebung versteht. Ein Mitarbeiter, auf dessen Konto die Cloudverträge laufen. Eine Datenbankversion, für die es seit Jahren keine Updates mehr gibt.
Wir erfassen diese Punkte systematisch und bewerten sie nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Wichtiger als die Bewertung ist die Angabe der Ablösekosten: Zu wissen, dass der Wechsel der Fachanwendung 18 Monate und einen mittleren sechsstelligen Betrag kostet, ändert die Verhandlungsposition gegenüber dem Hersteller – und ist eine Information, die in die Risikobetrachtung des Unternehmens gehört.
- ✓Systematische Erfassung technischer und personeller Abhängigkeiten
- ✓Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe
- ✓Bezifferung der Ablösekosten je Abhängigkeit
- ✓Prüfung der Verträge auf Ausstiegs- und Herausgabeklauseln
- ✓Einschätzung der wirtschaftlichen Stabilität kritischer Lieferanten
- ✓Aufbereitung für die unternehmensweite Risikobetrachtung
Digitalisierungsfahrplan statt Einzelprojekte
Digitalisierungsvorhaben scheitern selten an der Technik. Sie scheitern daran, dass sie einzeln angestoßen werden, ohne Reihenfolge und ohne Rücksicht auf die Belastbarkeit der Organisation. Ein Dokumentenmanagement einzuführen, während gleichzeitig die Warenwirtschaft gewechselt wird, überfordert jedes mittelständische Unternehmen.
Wir erstellen deshalb einen Fahrplan über drei bis fünf Jahre, der Vorhaben in eine Reihenfolge bringt. Maßgeblich sind dabei nicht die technischen Abhängigkeiten allein, sondern die Frage, wie viel Veränderung Ihre Organisation parallel verkraftet. Das Ergebnis ist meist unspektakulärer als erwartet – und wird deshalb umgesetzt. Konkrete Vorhaben finden Sie unter Digitalisierungsberatung.
- ✓Fahrplan über drei bis fünf Jahre mit klarer Reihenfolge
- ✓Priorisierung nach wirtschaftlichem Nutzen statt nach Technikreife
- ✓Berücksichtigung der Veränderungsbelastbarkeit der Organisation
- ✓Benennung notwendiger Vorarbeiten vor den sichtbaren Projekten
- ✓Grobe Aufwands- und Budgetschätzung je Vorhaben
- ✓Jährliche Überprüfung und Anpassung des Fahrplans
IT-Due-Diligence bei Zukauf und Nachfolge
Bei einem Unternehmenskauf wird die IT häufig zu spät und zu oberflächlich betrachtet. Dabei entscheidet sie mit darüber, ob die geplanten Synergien überhaupt erreichbar sind: Zwei Warenwirtschaftssysteme zusammenzuführen kostet regelmäßig mehr als im Kaufpreis eingeplant.
Wir prüfen im Rahmen einer Transaktion den Zustand der Systeme, die Vertrags- und Lizenzsituation, offene Sicherheitsrisiken und die Abhängigkeit von einzelnen Personen. Das Ergebnis ist eine Bewertung, welche Kosten nach dem Erwerb tatsächlich anfallen und welche Positionen sich in der Kaufpreisverhandlung belegen lassen. Dieselbe Prüfung ist bei einer Betriebsnachfolge sinnvoll, dann allerdings aus der Perspektive des Übergebers.
- ✓Prüfung des technischen Zustands im Rahmen einer Transaktion
- ✓Bewertung der Lizenz- und Vertragslage auf Übertragbarkeit
- ✓Aufdeckung offener Sicherheits- und Compliance-Risiken
- ✓Realistische Kostenschätzung für eine Systemzusammenführung
- ✓Belegbare Positionen für die Kaufpreisverhandlung
- ✓Vorbereitung der IT-Unterlagen bei Betriebsnachfolge
Handelsunternehmen mit 130 Mitarbeitenden: IT-Kostenanalyse vor der Beiratssitzung
Ein Münchner Handelsunternehmen konnte dem Beirat auf die Frage nach den IT-Gesamtkosten keine belastbare Zahl nennen. Bekannt war die Summe der Dienstleisterrechnungen. Wir haben über sechs Wochen alle Positionen zusammengeführt: Rechnungen, Lizenzen aus vier Fachbereichen, Cloudabonnements auf drei Firmenkreditkarten, abgeschriebene Hardware und interne Arbeitszeit. Die tatsächlichen Kosten lagen deutlich über der bekannten Summe. Zugleich fanden sich Doppelabonnements und Lizenzen für ausgeschiedene Mitarbeitende, deren Abbau einen erheblichen Teil des Mehrbetrags ohne jeden Leistungsverlust wieder ausglich.
Unangenehm war nicht die höhere Zahl, sondern dass wir sie vorher nicht kannten. Heute steht die IT im Beirat mit denselben Kennzahlen da wie jeder andere Bereich.
Geschäftsführer, Handelsunternehmen München
Häufige Fragen
IT-Beratung beantwortet technische Fragen: welche Lösung, welche Architektur, welcher Anbieter. IT-Unternehmensberatung setzt davor an und richtet sich an die Geschäftsführung: Was kostet die IT über fünf Jahre, welche Abhängigkeiten entstehen, sollten wir Leistungen selbst erbringen oder einkaufen, und passt ein Vorhaben zur Unternehmensstrategie. Die Ergebnisse sind betriebswirtschaftlich, nicht technisch formuliert.
Erfahrungsgemäß ab etwa 50 Mitarbeitenden oder ab einem IT-Jahresbudget im sechsstelligen Bereich. Darunter ist die Struktur meist überschaubar genug, dass eine technische Beratung ausreicht. Unabhängig von der Größe sinnvoll ist sie bei Sonderlagen: Zukauf, Nachfolge, neuer Standort oder ein Vorhaben, das mehrere Jahre bindet.
Nur wenn Sie das wollen, und es ist ausdrücklich keine Bedingung. Die Beratung wird nach Aufwand abgerechnet und ist unabhängig von einer Umsetzung fällig. Wir halten das so, weil eine Empfehlung an Wert verliert, wenn der Empfehlende am Ergebnis verdient. Wo wir uns eine Umsetzung selbst zutrauen, weisen wir das im Bericht als Eigeninteresse aus.
Von der Beauftragung bis zum Ergebnisbericht drei bis acht Wochen, abhängig von Größe und Zahl der Standorte. Der größte Zeitanteil entfällt nicht auf die Technik, sondern auf die Kostenerhebung über die Fachbereiche hinweg – Schattenausgaben aufzuspüren dauert erfahrungsgemäß länger als jede technische Prüfung.
Ja. Wir prüfen den Zustand der Systeme, die Übertragbarkeit von Lizenzen und Verträgen, offene Sicherheitsrisiken und personelle Abhängigkeiten. Besonders relevant ist die realistische Schätzung der Kosten für eine spätere Systemzusammenführung, weil diese Position in Kaufpreismodellen regelmäßig zu niedrig angesetzt wird. Die Ergebnisse liefern wir in einer Form, die Ihre Berater direkt verwenden können.
Als schriftlichen Bericht mit einer Zusammenfassung für die Entscheidungsebene, dem Zahlenteil mit Herleitung und einer priorisierten Maßnahmenliste. Auf Wunsch stellen wir die Ergebnisse in einer Gesellschafterversammlung oder Beiratssitzung persönlich vor. Der Bericht gehört Ihnen und darf uneingeschränkt weitergegeben werden.
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