Wenn jede Person drei Geräte mitbringt
Im Forschungs- und Technologieumfeld liegt die Gerätezahl weit über dem, was eine Standardauslegung annimmt. Genau daran scheitern die meisten vorgefundenen Netze.
Von unserem Sitz aus sind es rund 18 km in nördlicher Richtung nach Garching. Das Umfeld aus Forschungscampus, Instituten, Ingenieurbüros und wissenschaftsnahen Ausgründungen bringt eine Besonderheit mit, die für die Funkplanung entscheidend ist: eine ungewöhnlich hohe Gerätedichte je Arbeitsplatz. Notebook, Telefon, Tablet, dazu Messaufbauten mit eigener Funkanbindung, Einplatinenrechner in Versuchsständen, Prüfmittel und mobile Sensorik. Wo eine klassische Büroplanung mit anderthalb Geräten je Person rechnet, sind es hier oft drei bis fünf. Hinzu kommen wechselnde externe Projektbeteiligte, die tageweise im Haus arbeiten und einen Zugang benötigen, der nicht in Ihre Entwicklungsumgebung führt.

Gerätezahl realistisch erheben
Wir zählen nicht Arbeitsplätze, sondern gleichzeitig aktive Funkgeräte einschließlich Versuchsaufbauten und Prüfmitteln.
Versuchsaufbauten eigenständig
Messtechnik und Sensorik bekommen ein eigenes Segment, damit ein Aufbau weder das Büronetz stört noch von dort erreichbar ist.
Zugänge für Projektpartner
Externe Beteiligte erhalten befristete Zugänge mit klar umrissener Reichweite, statt in das interne Netz aufgenommen zu werden.
Wachstum eingeplant
Teams wachsen hier sprunghaft. Wir legen Verkabelung und Positionen so aus, dass eine Erweiterung ohne Neuplanung möglich bleibt.
Gerätedichte als eigentliche Auslegungsgröße
Die häufigste Ursache für unzufriedene Nutzer in diesem Umfeld ist eine Auslegung, die von zu wenigen Geräten ausgeht. Ein Access Point verteilt seine Funkzeit auf alles, was bei ihm angemeldet ist – auch auf Geräte, die nur gelegentlich ein paar Bytes senden, aber dafür den Kanal belegen.
Wir erheben deshalb vor der Planung, was tatsächlich funkt: Arbeitsgeräte, Telefone, Versuchsaufbauten, Sensorik, Kameras, Displays. Daraus ergibt sich die Zahl der Zellen, und häufig fällt sie deutlich höher aus, als die Fläche vermuten ließe. Reduzierte Sendeleistung sorgt dafür, dass sich die Last auf diese Zellen verteilt.
- ✓Erhebung aller funkenden Geräte statt nur der Arbeitsplätze
- ✓Zellzahl nach Dichte, nicht nach Grundfläche
- ✓Lastverteilung über reduzierte Sendeleistung
Messaufbauten und Sensorik vom Büronetz fernhalten
Versuchsaufbauten arbeiten oft mit Funkmodulen, deren Software für den Laborbetrieb gedacht ist und nicht für ein Unternehmensnetz. Sie werden selten aktualisiert, laufen mit Voreinstellungen und sind bewusst leicht zugänglich gehalten, weil sie im Versuch schnell erreichbar sein sollen.
Wir legen dafür ein eigenes Segment an, in dem nur die benötigten Verbindungen erlaubt sind – typischerweise zu einem Auswerterechner und sonst nirgendwohin. Damit bleiben die Aufbauten benutzbar, ohne dass sie einen Weg in Ihre Entwicklungs- oder Verwaltungsumgebung öffnen.
- ✓Eigenes Segment für Versuchs- und Messtechnik
- ✓Verbindungen ausschließlich zum zuständigen Auswerterechner
- ✓Keine Erreichbarkeit aus dem Büro- oder Gästenetz
Externe Projektbeteiligte anbinden
Kooperationen mit wechselnden Partnern gehören hier zum Alltag. Gäste bringen eigene Geräte mit, deren Zustand Sie nicht kennen, und brauchen dennoch verlässlichen Netzzugang für mehrere Tage.
Wir richten dafür einen Zugang mit Anmeldeseite und befristeten Zugangsdaten ein, der ausschließlich ins Internet führt. Wo tatsächlich Zugriff auf gemeinsame Projektdaten nötig ist, lösen wir das über einen abgegrenzten Bereich mit persönlichem Konto und nicht darüber, das Gastgerät ins interne Netz zu holen.
- ✓Befristete Zugangsdaten für Kooperationspartner
- ✓Projektzugriff über persönliches Konto statt über das Netzsegment
- ✓Trennung der Gastgeräte untereinander
Bauliche Gegebenheiten im Campusumfeld
Die Gebäude hier sind überwiegend jüngeren Datums: Stahlbeton, Trockenbau mit Metallständerwerk, abgehängte Decken, viel Glas. Das ergibt eine andere Funklage als im Münchner Altbau – Betondecken dämpfen zwischen Geschossen stark, Trockenbauwände dagegen kaum.
Das bedeutet: Innerhalb einer Etage tragen Signale weit und stören sich leicht gegenseitig, zwischen den Etagen kommt wenig durch. Wir vergeben Kanäle deshalb primär innerhalb der Etage sorgfältig und können sie zwischen den Geschossen häufiger wiederverwenden.
- ✓Sorgfältige Kanalvergabe innerhalb einer Etage
- ✓Wiederverwendung von Kanälen über Geschosse hinweg
- ✓Beachtung von Metallständerwerk und abgehängten Decken
Wachstum ohne Neuplanung ermöglichen
Ausgründungen und junge Technologiefirmen wachsen nicht linear. Zwischen zwei Besuchen kann sich die Belegschaft verdoppelt haben, und Flächen werden dazugemietet, statt umgezogen zu werden.
Wir planen deshalb mit Reserve: Anschlusspunkte auch an Stellen, die heute noch nicht bestückt werden, ausreichende Leistungsreserven an den Switches und eine zentrale Verwaltung, in der ein zusätzliches Gerät seine Konfiguration selbstständig bezieht. Eine Erweiterung ist dann ein Montagetermin, keine neue Planung.
- ✓Vorbereitete Anschlusspunkte für spätere Geräte
- ✓Leistungsreserve an den Switches eingeplant
- ✓Automatische Konfiguration neu hinzugefügter Geräte
Häufige Fragen
Das ergibt sich erst aus der Erhebung. Maßgeblich ist die Zahl gleichzeitig funkender Geräte einschließlich Versuchsaufbauten und Sensorik, nicht die Zahl der Arbeitsplätze. In diesem Umfeld liegt der Bedarf regelmäßig über dem, was eine flächenbezogene Faustregel ergibt.
Es kann eines werden, sowohl funktechnisch als auch sicherheitsseitig. Wir erfassen, auf welchen Frequenzen die Aufbauten arbeiten, berücksichtigen das bei der Kanalvergabe und legen die Geräte in ein eigenes Segment mit eng begrenzten Verbindungen.
Über befristete Zugangsdaten im Gastsegment, das ausschließlich ins Internet führt. Wird echter Zugriff auf gemeinsame Projektdaten gebraucht, richten wir dafür ein persönliches Konto mit Ablaufdatum in einem abgegrenzten Bereich ein, statt das Gerät ins interne Netz zu holen.
Nicht, wenn von vornherein mit Reserve geplant wurde. Wir setzen Anschlusspunkte auch dort, wo heute noch kein Gerät hängt, achten auf Leistungsreserven an den Switches und richten die Verwaltung so ein, dass ein neues Gerät seine Konfiguration selbstständig bezieht.
Weil Betondecken deutlich stärker dämpfen als Trockenbauwände. Innerhalb einer Etage tragen Signale weit und überlagern sich, zwischen den Geschossen kaum. Wir vergeben Kanäle deshalb innerhalb der Etage sorgfältig und nutzen sie über die Geschosse hinweg mehrfach.
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