Ein abgebrochener Rechenlauf kostet Wochen
Im Forschungsumfeld misst sich der Schaden nicht in ausgefallenen Arbeitsplätzen, sondern in verlorener Rechenzeit und in Messreihen, die sich nicht wiederholen lassen, weil der Aufbau bereits abgebaut ist.
Bis Garching sind es von unserem Sitz aus rund 18 km Richtung Norden. Prägend sind der Forschungscampus samt Instituten, technologie- und ingenieurnahe Unternehmen sowie wissenschaftsnahe Ausgründungen. Für die Ausfallsicherheit gilt hier eine andere Rechnung als im Bürobetrieb. Ein Simulationslauf über mehrere Tage, der kurz vor dem Ende abbricht, vernichtet nicht Arbeitszeit, sondern belegte Rechenkapazität und verschiebt Projekttermine. Eine Versuchsreihe, deren Messdatenerfassung ausfällt, lässt sich oft gar nicht wiederholen. Wir setzen die Absicherung deshalb dort an, wo Ergebnisse entstehen, und nicht nur bei der klassischen Büro-IT.

Zwischenstände statt Neustart
Lange Rechenläufe sichern wir in Abständen ab, sodass nach einer Störung an der letzten Marke weitergerechnet wird statt von vorn.
Messdatenerfassung eigenständig absichern
Die Aufzeichnung am Prüfstand bekommt eine eigene Stromversorgung und einen eigenen Speicherweg, unabhängig vom Firmennetz.
Wärme als Ausfallursache ernst nehmen
Rechenknoten erzeugen Lasten, für die viele Technikräume nicht ausgelegt sind. Wir prüfen Kühlung und Abschaltverhalten vorab.
Wachstum ohne Neuaufbau
Ausgründungen verdreifachen ihre Größe schnell. Das Konzept muss mitwachsen, ohne dass die Absicherung von vorn beginnt.
Rechenlast als eigene Risikoklasse
Ein klassisches Ausfallkonzept fragt, wie lange ein Dienst nicht erreichbar sein darf. Bei Rechenlasten ist die Frage eine andere: Wie viel bereits geleistete Rechenarbeit geht bei einem Abbruch verloren? Ein Lauf, der nach sechzig Stunden abbricht und nur vollständig oder gar nicht Ergebnisse liefert, ist ein Totalverlust dieser sechzig Stunden.
Wir arbeiten deshalb mit den Fachverantwortlichen daran, dass lange Läufe Zwischenstände schreiben, an denen sie wieder aufsetzen können. Das ist überwiegend eine Frage der Anwendungskonfiguration und weniger eine der Hardware, und es wirkt stärker als jede Redundanz auf Geräteebene.
- ✓Zwischenstände bei lang laufenden Berechnungen einrichten
- ✓Wiederaufnahme an der letzten Marke statt vollständigem Neustart
- ✓Abgrenzung terminkritischer von verschiebbaren Läufen
- ✓Bewertung, wo zusätzliche Rechenkapazität wirtschaftlich ist
Messdaten am Prüfstand sichern
Versuchsaufbauten sind teuer im Auf- und Abbau und häufig nur für ein begrenztes Zeitfenster verfügbar. Bricht in dieser Zeit die Erfassung ab, geht die Messreihe verloren, und der Aufbau steht für eine Wiederholung nicht mehr bereit.
Wir behandeln die Erfassung deshalb als eigenständiges kritisches System. Dazu gehören eine eigene Stromüberbrückung für Messrechner und Sensorik, ein lokaler Speicher, der auch ohne Netzverbindung weiterschreibt, und ein automatischer Abgleich in den zentralen Bestand, sobald die Verbindung wieder steht.
- ✓Eigene Stromüberbrückung für Messrechner und Sensorik
- ✓Lokale Aufzeichnung auch ohne Netzverbindung
- ✓Automatischer Abgleich in den zentralen Datenbestand
- ✓Systemabbildung und Ersatzgerät für nicht aktualisierbare Steuerrechner
Strom, Wärme und die Grenzen des Technikraums
Rechenknoten und Speichersysteme erzeugen Wärmelasten, die viele vorhandene Technikräume überfordern. Wir erleben regelmäßig, dass eine Erweiterung fachlich sinnvoll geplant wurde, die Raumkühlung aber nicht mitwuchs. Das Ergebnis sind Abschaltungen an heißen Tagen, also genau dann, wenn ohnehin niemand im Haus ist.
Wir messen die tatsächliche Aufnahme und die Wärmeentwicklung, prüfen die Kühlleistung und legen fest, was bei Überschreitung geschehen soll. Eine geregelte Abschaltung einzelner Knoten in festgelegter Reihenfolge ist deutlich besser als ein flächiger Ausfall über die Übertemperaturabschaltung.
- ✓Messung von tatsächlicher Aufnahme und Wärmeentwicklung
- ✓Festgelegte Abschaltreihenfolge bei Übertemperatur
- ✓Überbrückung nach realer Last statt nach Gerätezahl
- ✓Vorrangregelung zwischen Rechenlast und Datenerfassung
Wenn Teams schneller wachsen als die Struktur
Ausgründungen im Campusumfeld wachsen sprunghaft. Eine Umgebung, die für fünf Personen gebaut wurde, trägt dreißig nicht, und typischerweise fällt das erst auf, wenn der erste Ausfall zeigt, dass niemand die Abhängigkeiten überblickt.
Wir legen deshalb früh die Grundlagen: eine Aufstellung der Systeme mit ihrer Kritikalität, eine dokumentierte Reihenfolge des Wiederanlaufs und eine Absicherung, die sich erweitern lässt, ohne den Aufbau zu wechseln. Der Mehraufwand am Anfang ist gering, der Umbau unter Zeitdruck später erheblich.
- ✓Frühe Aufstellung der Systeme nach Kritikalität
- ✓Erweiterbare Absicherung ohne späteren Grundumbau
- ✓Dokumentierte Reihenfolge des Wiederanlaufs
- ✓Verteilung des Betriebswissens auf mehrere Personen
Was sich rechnet und was Aufwand ohne Nutzen ist
Volle Redundanz über alle Ebenen ist im Forschungsumfeld selten wirtschaftlich, weil ein großer Teil der Last verschiebbar ist. Was sich fast immer rechnet, sind Zwischenstände bei langen Läufen, eine eigenständig abgesicherte Messdatenerfassung und eine ausgelagerte Kopie der Ergebnisdaten.
Ergebnisdaten verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit, denn ihr Verlust ist endgültig. Eine Kopie an einem anderen Ort, mit eigener Stromversorgung, eigenem Netzzugang und unabhängiger Anmeldung, ist die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.
Häufige Fragen
Vorrangig durch Zwischenstände in der Anwendung selbst, sodass nach einer Störung an der letzten Marke weitergerechnet wird. Das ist wirksamer und günstiger als doppelte Hardware. Ergänzend legen wir fest, welche Knoten bei Strom- oder Kühlungsproblemen zuerst abgeschaltet werden.
Für solche Systeme planen wir keine Redundanz, sondern eine vollständige Abbildung des Zustands und ein erprobtes Ersatzgerät. Damit lässt sich ein Defekt in Stunden statt in Wochen überbrücken. Die Messdatenerfassung selbst bekommt eine eigene Stromüberbrückung und lokale Aufzeichnung.
Das lässt sich nur durch Messung beantworten. Wir erfassen die tatsächliche Aufnahme und die Wärmeentwicklung im Raum und rechnen die geplante Erweiterung dagegen.
Über eine Kopie an einem anderen Ort mit eigener Strom- und Netzanbindung sowie einer Anmeldung, die nicht von Ihrer Hauptumgebung abhängt. Bei großen Beständen planen wir die Erstübertragung gesondert, damit sie die Leitung nicht über Wochen belegt.
Überwachung, Aktualisierungen und die Auswertung von Meldungen laufen aus der Ferne, sodass viele Störungen ohne Anfahrt bearbeitet werden. Für Einbauten, Netzarbeiten, Arbeiten im Laborbereich und Übungsdurchläufe kommen wir vor Ort, je nach Verkehrslage und vereinbarter Reaktionszeit.
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