Verschwiegenheit lässt sich technisch abbilden
Wer Mandate betreut, schuldet nicht nur Diskretion im Gespräch, sondern auch in der Ablage. In Bogenhausen bauen wir Umgebungen, in denen jederzeit belegbar ist, wer eine Akte geöffnet hat und wer es nicht konnte.
Bogenhausen liegt rund 6 km östlich unseres Sitzes und ist geprägt von Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien, Vermögensverwaltungen, Wirtschaftsprüfern und Facharztpraxen. Rund um den Arabellapark kommen größere Büroeinheiten hinzu. Der gemeinsame Nenner dieser Häuser ist ein hoher Anteil vertraulichkeitspflichtiger Daten und eine konservative Erwartungshaltung: Systeme sollen unauffällig laufen, und im Zweifel zählt Nachweisbarkeit mehr als Bequemlichkeit. Unsere Sicherheitsarbeit orientiert sich an dieser Erwartung, statt Werkzeuge einzuführen, die den Kanzleialltag umbauen.

Mandantenbezogene Rechte
Zugriff auf eine Akte erhält, wer am Mandat arbeitet. Sachbearbeitung, Sekretariat und Berufsträger bekommen unterschiedliche Sichten auf denselben Bestand.
Belegbare Zugriffe
Öffnungen sensibler Bestände werden protokolliert und revisionssicher aufbewahrt, sodass Rückfragen aus einem Mandat sauber beantwortbar sind.
Diskretion am Arbeitsplatz
Automatische Sperrbildschirme, Blickschutz an publikumsnahen Plätzen und Regeln für Ausdrucke verhindern Einsicht durch Unbeteiligte im Büro.
Verfügbarkeit mit Vorlauf
Wartungen und Aktualisierungen planen wir um Fristen und Termine herum, damit an entscheidenden Tagen niemand vor einem laufenden Update sitzt.
Berufliche Verschwiegenheit und die Frage nach dem Zugriff
Berufsgeheimnisträger schulden ihren Mandanten Verschwiegenheit, und diese Pflicht endet nicht an der Tür des Serverraums. In der Praxis stellt sich die Frage sehr konkret: Kann das gesamte Team jede Akte öffnen, oder nur die daran beteiligten Personen? In gewachsenen Umgebungen lautet die Antwort überraschend oft, dass alle alles sehen können.
Wir bauen die Berechtigungen entlang der tatsächlichen Mandatsstruktur um. Grundlage ist eine Rollenaufstellung, die zwischen Berufsträgern, Sachbearbeitung, Sekretariat, Buchhaltung und externen Dienstleistern unterscheidet. Sonderfälle wie ein Mandat mit erhöhter Vertraulichkeit oder eine Konstellation, in der einzelne Personen ausgeschlossen bleiben müssen, bilden wir gesondert ab.
- ✓Rollenaufstellung entlang der Aufgaben in der Kanzlei
- ✓Mandatsbezogene statt pauschaler Zugriffsrechte
- ✓Gesonderte Behandlung besonders vertraulicher Mandate
- ✓Getrennte Konten für administrative Tätigkeiten
Nachweisführung: protokollieren, was zählt
Ein Protokoll, das alles aufzeichnet, hilft niemandem, weil im Ernstfall niemand hindurchfindet. Sinnvoll ist eine bewusste Auswahl: Anmeldungen und fehlgeschlagene Anmeldeversuche, Änderungen an Berechtigungen, administrative Eingriffe und Zugriffe auf besonders geschützte Bestände.
Diese Aufzeichnungen legen wir so ab, dass sie nachträglich nicht verändert werden können, und definieren eine Aufbewahrungsdauer, die zu Ihren Fristen passt. So lässt sich eine Frage aus einem Mandat oder von einer Aufsicht mit Belegen beantworten statt mit Erinnerung.
- ✓Bewusste Auswahl der protokollierten Ereignisse
- ✓Unveränderbare Ablage der Aufzeichnungen
- ✓Festgelegte Aufbewahrungsdauer statt unbegrenzter Sammlung
- ✓Alarmierung bei auffälligen Anmeldemustern
Vertraulichkeit im Alltag des Büros
Der wirksamste Angriff auf Mandantengeheimnisse braucht keinen Rechner. Ein offener Bildschirm im Besprechungsraum, ein Ausdruck, der über Nacht im Drucker liegt, ein Telefonat im Wartebereich: Diskretion entscheidet sich häufig an solchen Details.
Wir setzen automatische Bildschirmsperren mit kurzen Zeiten, richten Druckaufträge so ein, dass sie erst nach Anmeldung am Gerät ausgegeben werden, und statten publikumsnahe Arbeitsplätze mit Blickschutz aus. Für Besprechungsräume vereinbaren wir Regeln zur Nutzung von Bildschirmen und Gästezugängen.
- ✓Kurze automatische Sperrzeiten an allen Arbeitsplätzen
- ✓Ausgabe von Druckaufträgen erst nach Anmeldung am Gerät
- ✓Blickschutz an Empfang und publikumsnahen Plätzen
- ✓Vollverschlüsselung mobiler Geräte und Fernsperrung
Angriffe auf Zahlungsverkehr und Korrespondenz
Kanzleien und Vermögensverwaltungen bewegen Gelder und führen Korrespondenz, aus der Angreifer Anlässe ableiten können. Der bekannteste Fall ist die geänderte Bankverbindung in einer laufenden Abwicklung, versendet aus einem übernommenen Postfach oder von einer Adresse, die sich nur in einem Zeichen unterscheidet.
Wir sichern Postfächer mit Mehr-Faktor-Authentifizierung und Anmelderegeln ab, prüfen eingehende Nachrichten auf gefälschte Absender und richten Warnhinweise für Nachrichten von außerhalb ein. Parallel vereinbaren wir eine feste Freigaberegel für Zahlungen und Änderungen an Kontodaten, die immer eine Bestätigung über einen zweiten, bekannten Kanal verlangt.
- ✓Mehr-Faktor-Authentifizierung für alle Postfächer
- ✓Erkennung ähnlich geschriebener Absenderdomains
- ✓Sichtbarer Hinweis bei Nachrichten von externen Absendern
- ✓Feste Freigaberegel für Zahlungen und Bankverbindungen
Regulatorik: was wir liefern und was nicht
Für Kanzleien und Beratungen berühren sich mehrere Anforderungen: die Datenschutz-Grundverordnung, berufsrechtliche Verschwiegenheitspflichten und je nach Struktur des Hauses die Vorgaben aus der NIS2-Umsetzung. Auftraggeber aus regulierten Branchen geben zusätzliche Anforderungen weiter.
Unser Beitrag ist die technisch-organisatorische Umsetzung: Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Protokollierung, Notfallvorsorge und eine Dokumentation, die diese Maßnahmen belegt. Ob und in welchem Umfang eine Vorgabe für Ihr Haus gilt, beurteilen Ihr Datenschutzbeauftragter und Ihre berufsrechtliche Beratung. Wir behaupten keine Zertifizierungen und ersetzen keine Rechtsberatung.
- ✓Technische Umsetzung der vereinbarten Schutzmaßnahmen
- ✓Nachvollziehbare Dokumentation für interne Prüfungen
- ✓Unterstützung bei Anforderungen aus Mandatsverträgen
- ✓Klare Trennung von technischer und rechtlicher Bewertung
Häufige Fragen
Ja, wenn die Protokollierung entsprechend eingerichtet ist. Wir zeichnen Zugriffe auf besonders geschützte Bestände auf, legen die Aufzeichnungen unveränderbar ab und definieren, wie lange sie aufbewahrt werden. Damit lässt sich eine Rückfrage aus einem Mandat mit einem Beleg beantworten statt mit einer Einschätzung.
Durch eine Rechtevergabe entlang der Mandatsstruktur. Wir erfassen zunächst, wer welche Aufgaben übernimmt, und bilden daraus Rollen. Anschließend werden Bestände diesen Rollen zugeordnet. Für Mandate mit erhöhter Vertraulichkeit richten wir gesonderte Bereiche ein, die auch für die Sachbearbeitung geschlossen bleiben können.
Ja, unter geregelten Bedingungen. Notwendig sind ein verschlüsseltes Endgerät, das dem Unternehmen gehört, eine Anmeldung mit zweitem Faktor, eine gesicherte Verbindung in die Kanzleiumgebung und die Möglichkeit, das Gerät bei Verlust aus der Ferne zu sperren.
Der erste Schritt ist das Sperren des Zugangs und das Zurücksetzen der Anmeldedaten samt zweitem Faktor. Danach prüfen wir eingerichtete Weiterleitungen und Regeln, die Angreifer häufig hinterlassen, sichten die Anmeldeprotokolle und stellen fest, welche Nachrichten betroffen sein könnten.
Ja. Aktualisierungen an Servern und Netzwerktechnik legen wir in vereinbarte Fenster am Abend oder am Wochenende. Bei Terminen, an denen Fristen laufen, verschieben wir planbare Arbeiten grundsätzlich. Sicherheitsrelevante Korrekturen, die keinen Aufschub dulden, stimmen wir kurzfristig mit Ihnen ab.
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