Ausfallsicherheit unter städtischen Bedingungen
In der Stadt scheitert Redundanz selten an der Technik, sondern an den Räumen, in denen sie stehen soll. Wir planen Ausfallsicherheit für Büros, die keinen Technikraum, keinen eigenen Stromkreis und keine unbegrenzte Mietlaufzeit haben.
Unser Sitz liegt in Neuhausen-Nymphenburg, mitten im Stadtgebiet. Aus dieser Nähe kennen wir eine Ausgangslage, die Konzepte aus dem Lehrbuch regelmäßig aushebelt: Münchner Unternehmen sitzen überwiegend zur Miete, häufig in Altbauten oder umgenutzten Gewerbeflächen, oft auf mehreren Etagen eines Hauses, das ihnen nicht gehört. Wer hier über zweite Knoten, getrennte Brandabschnitte oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung nachdenkt, stößt zuerst auf bauliche und mietvertragliche Grenzen. Wir klären deshalb zunächst, was am Standort überhaupt möglich ist, und leiten daraus ab, welcher Teil der Absicherung ins Haus gehört und welcher besser außerhalb liegt.

Standort vor Architektur prüfen
Bevor wir eine Auslegung vorschlagen, sehen wir uns Elektroverteilung, Stellflächen, Kühlung und Zuführung an. Was baulich nicht trägt, planen wir gar nicht erst ein.
Auslagern statt aufrüsten
Wo im Gebäude keine sinnvolle Zweitaufstellung möglich ist, verlagern wir kritische Dienste dorthin, wo Strom und Kühlung bereits gesichert sind.
Umzugsfestes Konzept
Wir bauen Ausfallsicherheit so, dass sie einen Standortwechsel übersteht. Kurze Mietlaufzeiten dürfen kein Grund sein, die Absicherung aufzuschieben.
Rückfallebene für die Anbindung
Ein zweiter Zugang über eine andere Technik und einen anderen Anbieter hält den Betrieb aufrecht, wenn die Hauptleitung im Straßenzug betroffen ist.
Wenn der Serverschrank im Abstellraum steht
Ein erheblicher Teil der Münchner Büroflächen stammt aus einer Zeit, in der niemand Technikräume eingeplant hat. Die aktive Technik landet dann dort, wo Platz frei war: in einer Abstellkammer, hinter einer Küchenzeile, im Keller neben der Hausanschlussleitung. Für die Ausfallsicherheit ist das die entscheidende Ausgangsgröße, denn ein einzelner Raum ohne Abluft und ohne getrennte Absicherung bündelt sämtliche Risiken an einer Stelle.
Wir bewerten deshalb zuerst den Raum selbst: Wärmeentwicklung an heißen Tagen, Luftführung, Wasserleitungen in der Decke, Zutritt durch Dritte. Es hilft wenig, einen zweiten Knoten zu beschaffen, wenn beide im selben Meter Wandfläche stehen und dieselbe Sicherung teilen.
- ✓Begehung des vorhandenen Aufstellorts vor jeder Planung
- ✓Bewertung von Wärme, Luftführung und Wasserrisiken im Raum
- ✓Prüfung, welche Systeme das Haus verlassen können
- ✓Aufteilung auf getrennte Raum- und Sicherungsbereiche, wo möglich
Stromversorgung im Mehrparteienhaus
In einem Haus mit mehreren Mietparteien haben Sie über den größten Teil der Elektroinstallation keine Verfügungsgewalt. Die Verteilung liegt im Allgemeinbereich, der Anschluss ist gemeinsam, und eine ausgelöste Sicherung im Nachbarbüro kann Ihre Etage mit betreffen. Ein einzelnes Gerät zur Stromüberbrückung unter dem Schreibtisch ändert daran nichts.
Wir dimensionieren die Überbrückung nach der tatsächlich angeschlossenen Last und nach einem klaren Zweck: kurze Netzeinbrüche abfangen und anschließend alles geordnet herunterfahren, bevor die Batterien leer sind. Dazu gehört eine Überwachung, die den Batteriezustand meldet, bevor er im Ernstfall zum Thema wird.
- ✓Ermittlung der realen Last statt Auslegung nach Gerätezahl
- ✓Geregeltes Herunterfahren einschließlich virtueller Maschinen
- ✓Überwachung von Batteriealter und Netzqualität mit Meldung
- ✓Abstimmung mit Hausverwaltung zu Verteilung und Zuleitung
Anbindung mit echter Rückfallebene
Sobald Anwendungen, Telefonie und Postfächer außerhalb des Hauses liegen, entscheidet die Internetanbindung über die Arbeitsfähigkeit. Zwei Verträge bei zwei Anbietern sind dann noch keine Absicherung, wenn beide über dasselbe Kupfer im selben Kabelkanal ins Gebäude kommen.
Wir suchen deshalb nach einer Rückfallebene, die technisch anders funktioniert: eine Glasfaseranbindung als Hauptweg und ein Mobilfunkzugang als Reserve, oder zwei Zuführungen aus unterschiedlichen Richtungen, wo das Gebäude es hergibt. Wichtig ist, dass der Wechsel automatisch erfolgt und im laufenden Betrieb schon einmal ausgelöst wurde.
- ✓Zweiter Weg über eine andere Übertragungstechnik
- ✓Prüfung der tatsächlichen Zuführung ins Gebäude
- ✓Automatischer Wechsel, mindestens einmal ausgelöst und gemessen
- ✓Festlegung, welche Dienste im Reservebetrieb Vorrang haben
Kurze Mietlaufzeiten, langlebige Absicherung
Münchner Mietverträge über Gewerbeflächen laufen häufig über wenige Jahre, und viele Unternehmen rechnen fest mit einem Wechsel oder einer Flächenanpassung. Das führt regelmäßig dazu, dass Investitionen in die Ausfallsicherheit aufgeschoben werden, weil sie an das Gebäude gebunden scheinen.
Wir planen deshalb bewusst so, dass der Schwerpunkt der Absicherung nicht an der Fläche hängt. Kritische Dienste liegen an einem Ort, der beim Umzug unverändert bleibt; im Büro verbleibt eine überschaubare, transportfähige Ausstattung. Der Standortwechsel wird damit vom Risiko zum Termin.
- ✓Kritische Dienste unabhängig von der angemieteten Fläche
- ✓Transportfähige Restausstattung im Büro
- ✓Umzug als geplanter Wiederanlauf mit festgelegter Reihenfolge
- ✓Übernahme der Absicherung ohne Neuaufbau am neuen Standort
Was wir in München nicht empfehlen
Nicht jedes Unternehmen im Stadtgebiet braucht einen Verbund mit automatischer Übernahme. Für einen erheblichen Teil der Betriebe, die wir betreuen, ist der wirtschaftlich richtige Weg eine geprüfte Sicherung außer Haus, dokumentierte Systeme und eine geübte Wiederherstellung. Das deckt die häufigsten Schadensbilder ab und kostet einen Bruchteil.
Wir raten außerdem von Aufbauten ab, die im Alltag niemand mehr durchschaut. Ein Verbund, dessen Konfiguration nirgends festgehalten ist und den im Störungsfall nur eine einzige Person bedienen kann, senkt die Verfügbarkeit statt sie zu erhöhen.
Häufige Fragen
Ja, allerdings mit anderer Gewichtung. Wenn im Haus keine getrennte Aufstellung möglich ist, verlagern wir die kritischen Dienste an einen Ort mit gesicherter Stromversorgung und Kühlung und belassen im Büro nur, was dort laufen muss.
In aller Regel ja, sofern das Gerät ordnungsgemäß aufgestellt und angeschlossen ist. Grenzen ergeben sich meist aus der Traglast, der Wärmeabgabe und der verfügbaren Absicherung.
Nur dann, wenn beide Anschlüsse technisch und baulich unabhängig sind. Kommen sie über dieselbe Zuführung ins Haus, trifft eine Beschädigung im Straßenzug beide gleichzeitig.
Gerade dann. Wir legen die Absicherung so aus, dass sie nicht an der Fläche hängt, sondern mit dem Unternehmen umzieht.
Ein großer Teil der Störungen wird ohne Anfahrt bearbeitet, weil Überwachung und Aktualisierungen ohnehin aus der Ferne laufen. Für Hardwaretausch, Netzarbeiten und Begehungen kommen wir im Stadtgebiet kurzfristig vorbei, je nach Verkehrslage.
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Hochverfügbarkeit in den Münchner Stadtteilen
Für einzelne Stadtteile haben wir die Besonderheiten vor Ort gesondert beschrieben.