Software für Hallen, Kühlbereiche und Waagen – nicht für den Schreibtisch
Wir entwickeln Erfassungsanwendungen für den Betrieb im Großmarktumfeld und binden Waagen, Kassen und Warenwirtschaft so an, dass Gewichte und Mengen nicht ein zweites Mal getippt werden.
Im Sendlinger Umfeld beginnt der Arbeitstag früh und in Bereichen, in denen ein Bürorechner nichts verloren hat: Umschlagflächen, Kühlräume, Verladezonen. Die kaufmännische Software dieser Betriebe ist meist vorhanden und funktioniert – sie endet nur an der Hallentür. Was dort passiert, wird auf Papier notiert und später abgetippt: Wiegescheine, Kommissionierlisten, Rückläufer, Bruch. Zwischen Wiegevorgang und Buchung liegen oft Stunden, manchmal ein Tag, und in dieser Lücke entstehen die Differenzen, über die später niemand mehr sicher sprechen kann. Wir entwickeln die Anwendungen, die diesen Weg schließen – robust genug für die Umgebung, in der sie tatsächlich benutzt werden.

Waagen direkt angebunden
Gewichte werden dort übernommen, wo sie entstehen. Das entfernt die häufigste Fehlerquelle im Ablauf: das nachträgliche Übertragen von Hand.
Bedienbar mit Handschuhen
Große Schaltflächen, Scanner statt Tastatur, kontrastreiche Darstellung. Oberflächen werden für Halle und Kälte entworfen, nicht für den Schreibtisch angepasst.
Funktion auch ohne Funkverbindung
In Hallen mit schwacher Abdeckung arbeitet die Anwendung weiter und gleicht ab, sobald das Gerät wieder in Reichweite ist.
Chargen und Herkunft nachvollziehbar
Wo Rückverfolgbarkeit gefordert ist, wird sie beim Erfassen mitgeschrieben, statt später aus Belegen rekonstruiert zu werden.
Der Weg vom Wiegeschein zur Buchung
Ein typischer Ablauf sieht so aus: Ware wird angenommen, gewogen, der Wert auf einen Zettel geschrieben, der Zettel wandert ins Büro, dort wird gebucht. An jeder Station kann eine Ziffer verrutschen. Kommt die Rückfrage erst beim Monatsabschluss, ist der Vorgang nicht mehr rekonstruierbar.
Wir ersetzen diese Kette durch eine Erfassung am Ort des Geschehens. Das Gerät kennt den Lieferanten, liest den Wiegewert direkt aus und schreibt den Vorgang mit Zeitstempel und Person fest. Die Buchung im kaufmännischen System entsteht anschließend automatisch – geprüft, protokolliert und im Zweifel bis zum einzelnen Wiegevorgang zurückverfolgbar.
- ✓Übernahme des Wiegewerts ohne manuelle Eingabe
- ✓Zeitstempel und Bediener an jedem Vorgang
- ✓Automatische Buchung mit Prüfprotokoll
Anbindung von Waagen und Kassen in der Praxis
Waagen sprechen selten dieselbe Sprache. Verbreitet sind serielle Protokolle, Netzwerkanbindungen mit herstellereigenem Format und Geräte, die schlicht eine Zeichenkette senden. Wir entwickeln dafür kleine Vermittlungsdienste, die jedes Gerät in ein einheitliches Modell übersetzen. Neue Geräte kommen später hinzu, ohne dass die Anwendung geändert werden muss.
Kassensysteme fassen wir bewusst nicht an. Sie unterliegen gesetzlichen Anforderungen an Aufzeichnung und Sicherung, deren Pflege eine Eigenentwicklung dauerhaft belasten würde. Wir lesen ihre Ausgaben aus und führen sie mit den Hallendaten zusammen.
Was Staub, Kälte und Nässe für Software bedeuten
Die Umgebung wirkt sich weniger auf den Code aus als auf die Annahmen darin. Ein Gerät im Kühlbereich hat kürzere Akkulaufzeiten, ein Scanner wird mit nassen Handschuhen bedient, ein Bildschirm ist im Gegenlicht der Rampe kaum lesbar.
Wir nehmen deshalb in der Analyse an einem realen Arbeitsvorgang teil, statt ihn beschreiben zu lassen. Aus dieser Beobachtung entstehen konkrete Vorgaben: wie viele Bedienschritte ein Vorgang höchstens haben darf und welche Eingaben durch Scannen ersetzbar sind.
- ✓Feste Obergrenze für Bedienschritte je Vorgang
- ✓Darstellung geprüft unter realen Lichtverhältnissen
Vor Ort und im laufenden Betrieb
Vom Firmensitz in Neuhausen-Nymphenburg sind es rund 4 km nach Sendling. Für Betriebe, deren Kernzeit im frühen Morgen liegt, stimmen wir Aufnahme- und Abnahmetermine entsprechend ab – eine Erfassung zu bewerten, während gerade nichts umgeschlagen wird, führt zu falschen Schlüssen.
Für den Betrieb richten wir Überwachung ein, die auch auf Auffälligkeiten im Ablauf achtet: eine Waage, die seit Stunden nichts mehr sendet, oder ein Gerät, dessen Vorgänge nicht abgeglichen wurden. Solche Hinweise erreichen die Verantwortlichen, bevor die Differenz in der Abrechnung sichtbar wird.
Wo wir zur Standardlösung raten
Für Warenwirtschaft, Kasse und Buchhaltung gibt es im Lebensmittelbereich ausgereifte Produkte, die auch die branchenüblichen Nachweispflichten abdecken. Diese Bereiche selbst entwickeln zu lassen, ist wirtschaftlich nicht darstellbar.
Unsere Arbeit setzt dort an, wo solche Produkte enden: bei der Erfassung im Betrieb und der Verbindung zu vorhandenen Geräten. Zeigt die Analyse, dass Ihr Warenwirtschaftssystem ein passendes Modul für mobile Erfassung anbietet, empfehlen wir dessen Einsatz und nicht unsere Entwicklung.
Häufige Fragen
Meist ja. Entscheidend ist, ob ein Gerät seinen Wert nach außen ausgibt – über eine serielle Verbindung, eine Netzwerkschnittstelle oder ein herstellereigenes Protokoll. Geräte, die nichts ausgeben, klammern wir aus und benennen das offen, statt eine Zwischenlösung zu bauen, die niemand pflegen kann.
Nein, es ist eine Anforderung an den Entwurf. Die Anwendung hält Vorgänge lokal auf dem Gerät und überträgt sie, sobald wieder Verbindung besteht. Für die Bedienung ändert sich nichts, offene Vorgänge sind aber jederzeit sichtbar. Wichtig ist, dass Nummernkreise und Zeitstempel so vergeben werden, dass beim Abgleich keine Konflikte entstehen.
Ja, wenn die Information beim Wareneingang verfügbar ist. Wir erfassen sie dort und führen sie über Lagerung und Auslieferung mit, sodass sich der Weg einer Lieferung nachvollziehen lässt. Ob Ihre konkreten Nachweispflichten damit erfüllt sind, muss Ihre zuständige Beratung beantworten.
Die erste ist die teuerste, weil dabei die gesamte Vermittlungsschicht entsteht. Jedes weitere Gerät gleicher Bauart ist dann vergleichsweise günstig, ein unbekanntes Protokoll erfordert erneut Analyse. Wir kalkulieren deshalb getrennt nach Grundaufwand und Aufwand je Gerätetyp.
Im Anschluss an die Analyse liefern wir in Abständen von zwei bis drei Wochen. Ein erster nutzbarer Stand für genau einen Vorgang – etwa die Warenannahme mit Wiegen – ist damit in überschaubarer Zeit erreichbar und wird an einem Arbeitsplatz erprobt, bevor weitere Abläufe folgen. Diese Reihenfolge halten wir für wichtiger als ein vollständiger Funktionsumfang zum Start.
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